17 Millionen Beschäftigte in Deutschland arbeiten in Büros und Verwaltungen. Gelegentlich klagen Angestellte über Reizungen der Augen, Nase, Rachen oder Haut, wiederkehrenden Atemwegserkrankungen, asthmatische und allergische Beschwerden wie Heuschnupfen. Ebenso Kopfschmerzen, Antriebslosigkeit, Abgeschlagenheit, rasche Ermüdbarkeit und Konzentrationsschwierigkeiten. Liegt der Grund dafür wirklich nur im alltäglichen Stress, zu wenig Schlaf, unausgewogener Ernähung und zu wenig Bewegung? Oder liegt der Grund im Büro selbst?

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Für die Aprilausgabe der Zeitschrift Öko-Test wurden Schulranzen genau unter die Lupe genommen. Wer dachte, dass sich Hersteller bei der Produktion von Schulzubehör ihrer Verantwortung besonders bewusst seien und daher auf die Verarbeitung von gesundheitsschädlichen Stoffen verzichten, wird leider eines Besseren belehrt.

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Armacell ist Hersteller technischer Schäume und weltweiter Marktführer für flexible technische Dämmstoffe. Hauptsitz der mit 18 Fabriken in 12 Ländern tätigen Firmengruppe ist Münster/Westfalen.

Die chemische Industrie in Westeuropa produziert jährlich rund eine Million Tonnen Phthalate. Mehr als 90 Prozent gehen in die Produktion des Weich-PVC.

Die Herstellung, Verarbeitung und Lagerung von Weichmachern unterliegt strengen gesetzlichen Vorschriften und Regelungen. Sie erfolgt in geschlossenen Anlagen, so dass die Beeinträchtigungen und umweltbezogenen Emissionen gering sind. Sie liegen deutlich unter 1 % der hergestellten Menge. Die Verarbeitungsanlagen von Weich-PVC sind in Westeuropa üblicherweise mit einer Nachverbrennung oder Filtern für die Abluft versehen.

Die größten Endnutzer von Weich-PVC sind nach Angaben der „Arbeitsgemeinschaft PVC und Umwelt e. V.“ (AGPU):

  • Bauindustrie
  • Elektro- und Kabelindustrie
  • Automobilbau
  • Sport- und Freizeitartikel

Produkte, die Phthalate enthalten, sind:

  • Kabel, Dachdichtungsbahnen
  • LKW-Planen, Kfz-Unterbodenschutz
  • Bodenbeläge, Tapeten, Duschvorhänge
  • Babyartikel und Kinderspielzeug
  • Lebensmittelverpackungen
  • Kunstleder, Schuhe, Sport- und Freizeitkleidung
  • medizinische Produkte: Schläuche und Blutbeutel

Im Jahr 2004 lag der Marktanteil nicht-phthalathaltiger Weichmacher in Westeuropa bei etwa sieben Prozent (AGPU 2006).
Dabei handelt es sich um:

  • Di(2-ethylhexyl)adipat (DEHA für Lebensmittelverpackungen)
  • Di-isononyladipat (DINA für Fußbodenbeläge und Vinyltapten)
  • Acetyltributyl-citrat (ATBC für Kinderspielzeug)

Phosphate fungieren auch als Weichmacher. Relativ neu ist der Weichmacher DINCH. Dieser wird vor allem für Kinderspielzeug und Medizinprodukten verwendet.
Kunststoffe wie Polyethylen (PE) oder Polypropylen (PP) sind weichmacherfrei.

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