Weichmacher in Kleidung festgestellt

Selten stand Kleidung so stark im öffentlichen Interesse wie in den letzten Monaten. Auslöser waren die dramatischen Ereignisse in Textilfabriken in Pakistan und Bangladesch. Bei Bränden starben hunderte Menschen. Das führte zu der Frage, unter welchen gesund- und umweltschädlichen Umständen in den dortigen Fabriken gearbeitet wird und ob die Kleidung, die in westlichen Läden landet, letztendlich auch mit Schadstoffen belastet ist.

Um diese Fragen zu klären hat Greenpeace 141 Kleidungsstücke aus 29 Ländern auf Nonylphenolethoxylate (NPE), Weichmacher und krebserregende Amine untersuchen lassen. Dabei wurde sowohl die Kleidung von hochpreisigen Marken als auch aus „Fast Fashion“-Shops untersucht. Getestet wurden folgende Marken: Armani, Benetton, C&A, Calvin Klein, Diesel, Esprit, Gap, H&M, Jack&Jones, Levi’s, Mango, Metersbonwe, Only, Tommy Hilfiger, Vero Moda, Victoria’s Secret und Zara. Die Ergebnisse sind erschreckend. Denn bei allen Marken wurde Greenpeace fündig. Das teilte die Organisation im November bei einer Pressekonferenz und Modenschau in Peking mit.

Beispielsweise wurde NPE in jedem Markenprodukt nachgewiesen, heißt es in der Pressemeldung. NPE wird zu Nonylphenol abgebaut, eine hormonell aktive Substanz. Besonders hohe Konzentrationen finden sich bei Mode von „C&A und Mango, Levi’s, Calvin Klein, Zara, Metersbonwe, Jack & Jones und Marks&Spencer“, sowie in einer Kinderjacke aus China.

Auch Weichmacher (Phthalate) konnten in hohen Konzentrationen nachgewiesen werden. Das trifft auf bedruckte T-Shirts von Tommy Hilfiger und Armani zu. Weitere hormonell wirksame, sowie krebserregende Stoffe wurden zudem bei Zara festgestellt.

Folglich ist der Konsument verunsichert. Was kann also gemacht werden? Zunächst gilt natürlich, bewusst einzukaufen und zu fragen, ob man jedes Kleidungsstück wirklich braucht. Darüber hinaus sollte auch Kleidung gekauft werden, die man lange tragen kann.

Des Weiteren können beim Einkauf folgende Tipps berücksichtigt werden:

  • Hinweise wie „separat waschen“, „knitterfrei“, „vor dem Tragen waschen“ sind Hinweise darauf, dass Chemikalien in der Kleidung sind.
  • Das gilt auch für bearbeitete Jeans im Used-Look oder mit farblichen Applikationen. Also am besten Kleidung aus Baumwolle, Wolle oder Hanf kaufen, die wenig bearbeitet wurde.
  • Man kann auf Siegel wie „Öko-Tex Standard 100“ oder „Global Organic Textile Standard“ achten. Laut Greenpeache garantiert aber nur „IVN Best“ das maximal umsetzbare Niveau an Textilökologie.