Prüfung auf Phthalate

Phthalate als Weichmacher für Kunststoffe

Phthalate werden als Weichmacher für Kunststoffe verwendet. Sie dienen der Verbesserung der Weichheit, Dehnbarkeit und besseren Verarbeitung. Produkte aus Weich-PVC bestehen durchschnittlich zu 30 bis 35 Prozent aus Weichmachern. Kunststoffe aus Polyvinylchlorid (PVC) sind ohne Weichmacher hart und spröde. Erst durch den Einsatz von Phthalaten bekommen sie die können sie elastischen Eigenschaften und können verarbeitet und verwendet werden.

Phthalate zählen zu so genannten schwerflüchtigen organischen Verbindungen (SVOC = Semi-Volatile Organic Compounds). Sie sind chemisch nicht fest gebunden und dünsten langsam, aber dauerhaft aus den Produkten aus.

Es gibt verschiedene Phthalate mit unterschiedlichen gesundheitsschädlichen Wirkungen, die auf Organe wie Nieren und Leber wirken oder das Hormonsystem beeinflussen, verändern und damit schädigen. Es gibt für die verschiedenen Phthalate unterschiedliche Grenzwerte. In Produkten, die direkten Hautkontakt haben oder die für Kleinkinder gedacht sind, wie in Kosmetika, Verpackungen für Lebensmitteln, Babyflaschen, Spielzeug, Babyartikeln sind die Zugabe und Beimischung einiger Phthalate generell verboten.

Die bekanntesten Phthalate

Die fünf bekanntesten Phthalate sind:

  • DIDP (Di-isodecyl-phthalat)
  • DINP (Di-isononyl-phthalat)
  • DEHP (Di(2-ethylhexyl)phthalat)
  • DBP (Dibutylphtha-lat)
  • BBP (Benzylbutylphthalat)

Welche Endprodukte enthalten Phthalate?

Phthalate werden zu mehr als 80% in PVC-haltigen Produkten eingesetzt. Alle Grundnahrungsmittel wie Brot, Obst, Gemüse, Fette und Milch bzw. Milchprodukte können Weichmacher enthalten. Konsumenten wissen nicht, ob ein Lebensmittel mit Phthalaten belastet ist. Dies kann nur durch eine labortechnischen Untersuchung feststellt werden. In der Regel enthalten Lebensmittel keine gesundheitsgefährdenden Konzentrationen.

Weichmacher kommen in Produkten des Innenraums vor. Konsumenten können versuchen, weitgehend auf mit Weichmachern versetzte Kunststoffe, vor allem auf Weich-PVC, zu verzichten und auf andere Produkte, zum Beispiel aus Polyethylen (PE) auszuweichen

Die häufigsten belasteten Produkte sind:

  • Fußbodenbeläge
  • Fensterdichtungen
  • Tapeten
  • Kleber
  • Duscheinlagen und Duschvorhänge
  • Möbel, sofern sie phthalathaltige Kleber enthalten
  • Folien
  • Elektrokabel
  • Trinkflaschen
  • Kunststoffbecher
  • Sportartikel

Inhalt der Phthalate Prüfungsmethoden

Geprüft wird auf:

  • DIDP Diisobutylphthalat (DIBP) / Diisobutyl phthalate (DIBP) (84-69-5)
  • DIDP Dibutylphthalat (DBP) / Dibutyl phthalate (DBP) (84-74-2)
  • DIDP Dipentylphthalat (DPP) / Dipentyl phthalate (DPP)
  • DIDP n-Pentyl-isopentylphthalat (PIPP) / n-Pentyl-isopentyl phthalate(PIPP) (776297-69-9)
  • DIDP Di(2-methoxyethyl)phthalat (DMEP) / Bis(2-methoxyethyl)phthalate (DMEP) (117-82-8)
  • DIDP Diisopentylphthalat (DIPP) / Diisopentyl phthalate(DIPP) (605-50-5)
  • DIDP Dipentylphthalate (DPP, DIPP, PIPP) / Dipentyl phthalates (DPP, DIPP, PIPP) (84777-06-0)
  • DIDP Dihexylphthalat (verzweigt und linear) (DHP) / Dihexyl phthalate (branched und linear) (DHP) (68515-50-4)
  • DIDP Dihexylphthalat (DHP) / Dihexyl phthalate (DHP) (84-75-3)
  • DIDP Diisoheptylphthalat (DIHP) / Diisoheptyl phthalate (DIHP) (71888-89-6)
  • DIDP Di(2-ethylhexyl)phthalat (DEHP) / Bis(2-ethylhexyl) phthalate (DEHP) (117-81-7)
  • Benzylbutylphthalat (BBP) / Benzyl butyl phthalate (BBP) (85-68-7)
  • Di-n-octylphthalat (DNOP) / Di-n-octyl phthalate (DNOP) (117-84-0)
  • Diisononylphthalat (DINP) / Diisononyl phthalate (DINP) (28553-12-0)
  • Diisodecylphthalat (DIDP) / Diisodecyl phthalate (DIDP) (26761-40-0)
  • Di-C7-C11-(verzweigt und lineare) Alkylphthalate (DHNUP) / Di-C7-C11-(linear and branched)-alkyl phthalate (DHNUP) (68515-42-4)
  • Summe (DBP+BBP+DEHP) / Total (DBP+BBP+DEHP)
  • Summe (DINP+DNOP+DIDP) / Total (DINP+DNOP+DIDP)

Phthalate Verordnungen

Für Spielzeug und Babyartikel (Verordnung (EG) NR. 1907/2006, Anhang XVII; Eintrag 51): Summe (DBP+BBP+DEHP): <0,1%

Für Spielzeug und Babyartikel, die in den Mund genommen werden können (Verordnung (EG) Nr. 1907/2006, Anhang XVII, Eintrag 52): Summe (DINP+DNOP+DIDP): <0,1%

For toys and childcare articles (Regulation (EC) No. 1907/2006, Annex XVII; Number 51): Sum (DBP+BBP+DEHP): <0,1%

For toys and childcare articles which can be placed in the mouth by children (Regulation (EC) No. 1907/2006, Annex XVII, Number 52): Summe (DINP+DNOP+DIDP): <0,1%

Die Listung der Verordnungen erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Auskunftspflicht von Unternehmen zum Einsatz von Phthalaten

Bei Produkten für den Endverbraucher können diese beim sogenannten Inverkehrbringer, nachzufragen, ob schädliche Phthalate in dem jeweiligen Produkt enthalten sind. Als Inverkehrbringer können Hersteller, Importeur oder Großhändler fungieren.

Das Umweltbundesamt hat dazu einen Musterbrief für Nachfragen beim Einzelhandel erstellt.

Mit diesem Musterbrief können Verbraucher von dem Lieferanten eine Auskunft einfordern, ob in seinen Produkten besonders besorgniserregende Stoffe nach den Kriterien des Art. 57 der REACH-Verordnung enthalten sind. Das gilt, sobald diese in Anteilen über 0,1% im Produkt enthalten sind.

Eine Antwort muss innerhalb von 45 Tagen erfolgen. Dieses Recht auf Information ermöglicht die EU-Chemikalienverordnung REACH. Dies gilt unabhängig von einem möglichen Kauf des Produkts.

Wozu dient das Gütesiegel Phthalate Frei?

Phthalate frei ist das grafische und sichtbare Gütesiegel auf Grund von durchgeführten Tests bei unabhängigen Labors.

Verbraucher und Konsumenten sehen sofort, dass das in Frage kommende Produkt frei von schädlichen Weichmachern ist. Das Gütesiegel kann daher gut sichtbar direkt am Produkt, auf der Verkaufsverpackung und auf der Produktinformationsbeilage aufgebracht werden.

Die Auskunftspflicht und die Verantwortung der Gesetzmäßigkeit obliegt weiterhin dem Auftraggeber, der damit jegliche Haftung übernimmt.

Wir übernehmen keine Rechtsberatung. Begründungen einer Rechtsgrundlage, bindende Beschreibungen von Toleranzen oder Interpretationen.

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